Vertrauen in Politik und Wirtschaft bekommen

(skl). Deutschland durch eine starke Gemeinschaft stärken, das ist das Ziel der Mittelstandsvereinigung Main-Kinzig (MIT) im Rahmen ihrer neuen Initiative. Das GT sprach mit MIT-Vorsitzenden Volker Rode, Steinmetz- und Bildhauermeister in Altenhaßlau, über Inhalte, Herausforderungen und Chancen, die die Initiative bietet.

MIT startet Initiative „Wir gestalten Deutschland“ -
Was dahinter steckt, erläutert Vorsitzender Volker Rode im Interview

GT: „Wir gestalten Deutschland“ - Wen möchte die Mittelstandsvereinigung mit diesem Slogan ansprechen?Volker Rode: „Wir als MIT Main-Kinzig verstehen uns sowohl als Vereinigung für Unternehmerinnen und Unternehmer als auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dabei sprechen wir ganz bewusst unterschiedliche Berufsgruppen aus Industrie, Handwerk, Dienstleistungen, Handel und Gewerbe an. Für uns gehört die Krankenschwester ebenso zum Mittelstand wie der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens; denn nur mit einer starken und dynamischen Gemeinschaft können wir Deutschland nachhaltig gestalten.“

Das Logo der Initiative zeigt unterschiedliche Berufsgruppen vom Künstler über den Arbeiter bis zum Angestellten: Wie kam es zu dieser Idee?

Rode: „Jeder aus dem Mittelstand soll sich auf den ersten Blick darin finden können. Wir möchten all die Menschen ansprechen, die trotz unterschiedlicher Herkunft, Bildung und Lebensführung ein gleiches Wertesystem haben. Unser Logo soll gleichzeitig eine Einladung zum Mitmachen darstellen. Der einprägsame Slogan führt geradewegs zu unserer Webseite, auf der jeder Interessierte Näheres über unser Leitbild und unsere Ziele erfahren kann.“

Die MIT Main-Kinzig versteht sich in der Mitte der Volksgruppe. Wo sehen Sie das verbindende Element?

Rode: „Uns verbinden gleiche Wertvorstellungen, ein ausgeprägtes Demokratieverständnis, ein verantwortungsbewusstes Denken, Reden und Handeln. Wir sind - jeder in seinem Metier - Vor- und Querdenker. Menschen, die ihre Aufgaben und ihren Beruf mit Begeisterung, Engagement und Pflichtbewusstsein erfüllen. Lieben, was wir tun. Gerne in Deutschland leben und arbeiten. Wir sind politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich aktiv und davon überzeugt, dass wir nur dann etwas für unser Land erreichen, wenn sich Deutschland neu erfindet. Die von Ihnen genannte Bandbreite ist dabei unser Kapital!“

„Die Menschenwürde, die Achtung der Schöpfung und unser Grundgesetz sind die Basis unserer Wertevorstellung. Kultur und Tradition prägen uns als Bürger dieses Landes. Wir treten dafür ein, dass sich die Politik, aber auch die Wirtschafts- und Finanzwelt wieder stärker auf diese Grundpfeiler besinnt“, heißt es in ihrem Leitbild. Dies mutet zunächst recht konservativ an. Sehen Sie darin Chancen, junge Menschen für Ihre Ideen begeistern zu können?

Rode: „Gerade bei jungen Menschen kommt die Rückbesinnung auf alte Werte und Traditionen gut an, wenn gleichzeitig festgefahrene und überholte Strukturen aufgebrochen werden. Bestimmte Werte sind zeitlos und geben gerade in unsicheren Zeiten Halt und Orientierung. Selbstverständlich muss die Politik aber auch die tatsächlichen Lebensumstände der Menschen berücksichtigen und gebenenfalls neue Wege beschreiten. Ich freue mich, dass wir mit unserer Arbeit schon bei vielen jungen Menschen Interesse wecken konnten. So hat die MIT Main-Kinzig unter ihren Mitgliedern bereits etliche Schüler, Studenten und Berufsanfänger, die mit Begeisterung bei der Sache sind und eine aktive Beteiligung anstreben.“

Deutschland muss sich neu erfinden, fordert die MIT Main-Kinzig. Wo sehen Sie die größten Schwachstellen, die zuerst beseitigt werden müssten?

Rode: „Meiner Meinung nach hat der Prozess der Globalisierung die Aufmerksamkeit zu sehr auf den Export gerichtet. Gigantische globale Strukturen und Organisationen schienen bedeutsamer als der Mittelständler vor Ort. Wohin dies führt, haben wir anhand der Finanzkrise gesehen. Letztendlich haben die sinkenden Immobilienpreise in den USA im Jahr 2007 diese weltweit spürbare Krise ausgelöst. Globale Spezialisierung und Arbeitsteilung mag zwar hocheffizient sein, sie schafft jedoch regionale Monokulturen und damit gefährliche Abhängigkeiten. Regionen sollten die Grundversorgung ihrer Bewohner künftig in Form von Lebensmitteln, Wohnraum, menschennahen Dienstleistungen, Energie, Bildung, Kultur und Mobilität aus sich selbst heraus erbringen können. Das sichert Arbeitsplätze, Unternehmensstandorte, Kaufkraft und Lebensqualität der Bevölkerung. Sind sie dazu nicht in der Lage, sind sie im globalen Rahmen denkbar schlecht aufgestellt. Wir, die MIT Main-Kinzig, fordern eine nachhaltige Finanz und Wirtschaftspolitik, die auch den jüngeren und nachkommenden Generationen Perspektiven aufzeigt. Der Weg muss geprägt sein vom Denken in Generationen und nicht in Legislaturperioden. Auch wir fordern einen Umgang miteinander innerhalb der Politik, der Finanz- und der Wirtschaftswelt, der auf gegenseitigem Respekt und Wertschätzung basiert.“

„Wohlstand für alle“ - was bereits Gandhi und Ludwig Erhard forderten, taucht auch bei der MIT auf. Welchen Wohlstand meinen Sie?

Rode: „Wohlstand definiert jeder Mensch ganz individuell, ebenso Wachstum. Deshalb muss wieder in den Vordergrund rücken, dass jeder Mensch eine Eigenverantwortung für sein Leben hat. Chancen und Möglichkeiten hat die Politik zu geben, gestalten aber muss jeder selbst. Die MIT Main-Kinzig will ein qualitatives und nachhaltiges Wachstum für jede Bürgerin und jeden Bürger. Ein Zitat aus Ludwig Erhards Klassiker „Wohlstand für alle“ trifft es für mich auf den Punkt: ,Ich kann den Mittelstand nicht anders verstehen - und nur auf dieser Grundlage bekenne ich mich zum Mittelstand -, als dass er diejenige Schicht von Menschen umfasst und umfassen will, die aus eigener Verantwortung und jeder für sich selbst kraft eigener Leistung seine Existenz sicherzustellen bereit ist.‘“

Fordern, inspirieren, motivieren und gemeinsam aktiv werden, doch einer muss den Anfang machen. Wer und wie?

Rode: „Wir, die Mittelstandvereinigung, wollen Vorbild sein, damit die Menschen wieder Vertrauen in Politik und Wirtschaft bekommen und vor allem ,Lust auf Deutschland‘. Mit der Impulsveranstaltung Ende September hat die MIT Main-Kinzig den ersten Schritt für die Initiative „Wir-gestalten-Deutschland.de“ gemacht. Nun laden wir alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich aktiv und mit eigenen Ideen und Erfahrungen in unsere Initiative einzubringen. Jeder Beitrag ist willkommen. Auf der Webseite der MIT Main-Kinzig haben wir speziell dafür eine Seite „Markt der Ideen“ eingerichtet. Über eine positive Resonanz würde ich mich sehr freuen!

Übrigens: Es lohnt sich, auch zukünftig öfter mal unsere Homepage zu besuchen. So werden wir in Kürze Informationen zu Veranstaltungen und Weiterbildungen bekannt geben oder Unternehmen der Region vorstellen.“

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